


Vorkommen/Verhalten:
N. amyae kommt nur in einem kleinen Verbreitungsgebiet im zentraler Süden des Northern Territory um Alice Springs vor. Aufgrund ihrer Anatomie halten sich die nachtaktiven Tiere tagsüber nicht in tiefen Höhlen auf, sondern sind zwischen Steinspalten zu finden. Ihr natürliches Habitat ist daher vorwiegend von steinigem Untergrund durchzogen. In den ersten Stunden nach Sonnenuntergang ist ihre Jagdzeit. In diesem Zeitraum verlassen sie ihre Verstecke und fressen so allerlei Getier, wie Grillen, Heuschrecken, Nagetierbabys und sogar Skorpione. Sind diese Tiere rar, so sollten sich juvenile N. amyae vor ihren älteren Artgenossen vorsehen. Das Verteidigungsverhalten dieser Geckos ist bemerkenswert. Wenn sie bedroht werden, heben sie ihren Körper, der meist flach über dem Boden gehalten wird, stark von diesem ab und drehen dem Angreifer ihr Hinterteil zu. Zeigt dies keine Wirkung, so stürzen sich die Tiere mit lautem Fauchen und aufgerissenem Maul auf den Angreifer, wobei es sich hierbei nur um Scheinangriffe handelt.
Haltung:
Im Terrarium gehalten, sollte man darauf achten, dass man bei Paarhaltung ein Mindestmaß von 80x50x40 nicht unterschreitet. Hohe Steinaufbauten sollten nicht fehlen, um ihr natürliches Habitat so gut wie möglich nachzuempfinden. Als Bodensubstrat hat sich Sand bewährt, der allerdings vorm Einbringen der Tiere mit Wasser befeuchtet werden sollte. Und zwar insoweit, dass die Sandoberfläche nach Verdunsten des Wassers eine feste Kruste bildet. Erfahrungen von anderen Haltern haben ergeben, dass die Tiere Verdauungsprobleme von zuviel Sandaufnahme bekommen bishin zum völligen Ausbleiben des Kots. An der Rückwand des Terrariums sollte eine Rückwand angebracht werden, um auch dort die Möglichkeit zum Klettern zu geben, da die Tiere selbst mit senkrechten Wänden sehr gut klar kommen. Spalten und Hohlräume sind ein Muss für jedes Terrarium, was durch überlagernde Steine oder Wurzeln leicht zu schaffen ist. Tagsüber sollte eine Temperatur von ca. 35°C vorherrschen, die durch eine große Heißmatte lokal leicht zu erreichen sind. Auch wenn es sich um ein Wüstenterrarium handelt, ist eine Wasserschale unerlässlich. Als Futter dienen, wie bereits erwähnt, Grillen, Heuschrecken, kleine Säuger, Wachsmaden und dergleichen. Obwohl ich persönlich von kleinen Säugern als Futter abrate, denn damit sorgt man allenfalls für mögliche Krankheitsquellen der N. amyae, weil man nie so genau weiß, wie die Züchter die Tiere halten.
Hat man für alles gesorgt, dann wird es einem von den N. amyae durch prächtige Farben, Gesundheit und möglicherweise auch durch Nachwuchs gedankt!
Legenot
Da ich mich im Laufe dieser Saison das erste Mal mit der Thematik der Legenot auseinander setzen musste, soll dies ein Tutorial darstellen, dass dazu dient, richtig mit ein akuten Legenot umzugehen.
Einführend ist zu sagen, dass ich mir zu Anfang nicht sicher war, ob eine Legenot vorliegt oder nicht. Daher habe ich das Verhalten meine Weibchens erst einmal konstant beobachtet. Differenzierend ist zu bemerken, dass die Nachtaktivität des Weibchens kurz vor der Eiablage nicht mehr absolut ist, sondern sie auch am Tage sehr oft ausserhalb des Verstecks und in der Nähe der Wärmequelle zu finden ist. Eine bis anderthalb Wochen vor der "Niederkunft" beginnt die Grabetätigkeit, die ja die Eiablage einleitet. Nach der Eiablage war nur ein einziges Ei zu finden, was ja nicht ungewöhnlich sein muss. Anschließend stellte sie das Grabeverhalten sofort ein, was meine Ansicht des "Ein-Ei-Geleges" zunächst untermauerte. Mein Misstrauen wurde geweckt, als sie ihr tagaktive Phase nicht wieder einstellte und weiterhin permanent ausserhalb des Verstecks zu sehen war. 17 Tage nach der Ablage des einzelnen Eis nahm ich sie heraus, setzte sie in eine Heimchendose und bestrahlte sie von unten mit einer Taschenlampe, woraufhin das nicht gelegte Ei wie eine riesige Glühbirne zu leuchten begann und auch die zwei neuen Anlagen zu erkennen waren. Ein Tierarztbesuch brachte mir neue Erkentnisse und diese scheinen zu fruchten, denn nach zweitägiger Behandlung begann mein Weibchen ihre Grabetätigkeit wieder aufzunehmen (etwas zögerlich aber immerhin).
Als Grundvoraussetzung sollte auf jeden Fall die Trennung beider Geschlechter erfolgen. Unter manchen Züchtern ist die Ansicht vertreten, die Tiere generell zu trennen, da sie einander aggressiv gesinnt sind und um Nahrung konkurrieren. Bei mir war das allerdings nie der Fall, sodass ich die Tiere dauerhaft zusammen in einem Terra gehalten habe. Sind die Tiere erst einmal getrennt, sind alle möglichen Stressfaktoren eliminiert. Um das zu erreichen, habe ich mein Weibchen samt Eiablagebehälter in ein Racksystem mit konstant 30°C überführt. Die Fütterungsintervalle sollten nicht verändert werden, vielmehr kann man froh sein, dass das Tier Nahrung aufnimmt, denn das ist nicht selbstverständlich. Bei länger andauernder Legenot stellt sich eine verminderte bis keine Nahrungsaufnahme und fortschreitenden Lethargie ein.
Sobald man den Verdacht einer Legenot bei einem seiner Tiere befürchtet, sollte man auf jeden Fall einen Veterinär aufsuchen, allerdings ist mir zu Ohren gekommen, dass einige Tierärzte eine Einmalbehandlung für ausreichend empfinden. Das ist jedoch nicht der Fall, denn es ist wichtig, dass die Behandlung zu hause weiter geführt wird über einen Zeitraum von mind. einer Woche. Bei Nephrurus amyae ist es selten der Fall, dass die Eier an sich zu gross sind, sondern vielmehr die Oberfläche der Eier zu rau ist bzw. eine "Verschleimung" des "Uterus" dazu führt, dass die Kontraktilität nicht ausreicht, um das Ei erfolgreich heraus zu pressen.
Dazu gibt es zwei wichtige Punkte, die man beachten muss:
1. Tägl. orale Gabe von 10%iger Calciumgluconatlösung (pro 10g Körpergewicht 0,1ml Lösung)
Das ist nicht ganz einfach durchzuführen, man braucht ein 2ml Spritze zum Aufziehen der Lösung und eine Pipette die dann der oralen Gabe dienlich ist. Zerstoßenes Dextroenergen in geringen Mengen sollte der Calciumlösung zugesetzt werden, das erleichtert die intestinale Aufnahme (Darmtrakt) Bei mir dauerte es 30 min., um meinem Weibchen 0,5ml Calcium einzuflössen. Erfolgreich ist ein Zahnstocher, den man !vorsichtig! zwischen beide Lippen führt und anschließend eine nach oben oder unten gerichtete Bewegung durchführt. Aber sehr vorsichtig, da sonst auch die kleine Zähne abgebrochen werden. Irgendwann geht es dann gar nicht mehr, weil sie scheinbar weiß, was passieren wird und blockiert. Das Calcium fördert übrigens die Kontraktilität durch elektromechanische Kopplung.
2. Tägliche Bäder
Wenn man das Weibchen täglich in handwarmen Wasser badet, dringt das Wasser partiell über die Kloake ein und weicht den Schleim auf, der das Ei ja blockiert. Ausserdem steigert es durch Stoffwechselaktivierung die Calciumaufnahme, daher bevorzuge ich es, das Tier nach der oralen Gabe von Calcium zu baden. Aber vorsicht, manche Tiere können mit dem Wasser nicht umgehen, also sollte man immer dabei bleiben und den Wasserstand nicht zu tief zu wählen.
Quelle: "Draco 29 - Australische Geckos"